Menschen auf der Flucht suchen Zuflucht in unserer Mitte

P1160440 2bGleichgültigkeit gegenüber tausenden flüchtenden Menschen gibt es wohl nicht mehr unter uns. Aber Vorbehalte und sogar Ängste? Sie zu überwinden und unser Mitgefühl und unsere Hilfsbereitschaft zu wecken und zu stärken war das Ziel der Informationsveranstaltung am 27. April 2015, zu  der der Ortsrat in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Lübeck eingeladen hatte. Als Gäste konnten wir den Senator für Wirtschaft und Soziales, Herrn Sven Schindler, Herrn Ulrich Kewitz vom Bereich Soziale Sicherung, Frau Diakoniepastorin Dörte Eitel, die Geschäftsführerin der Gemeindediakonie Lübeck ist, die Herren Günter de Groot und Hamid Jebeli von der Gemeindediakonie sowie Herrn Peter Niemann, Präsident des Lions Club Travemünde begrüßen.

Rund 60 Personen im Auditorium verfolgten zunächst die Ausführungen von Herrn Senator Schindler über die aufrüttelnden Zahlen: Mussten im vergangenen Jahr schon 658 geflüchtete Menschen in Lübeck untergebracht werden, so sind es nach dem Plan von 2015 bereits 1.700. Ein steil anwachsender Fehlbedarf an Unterbringungsplätzen gibt zu großer Sorge und verstärkten Bemühungen Anlass. Bis Mai reichen die Plätze noch aus, aber ab Juni wird es schwierig. Als einzige Wohnmöglichkeit in Travemünde könne nur die Wiekstraße in Betracht kommen. Andere Möglichkeiten gibt es in Travemünde nicht. Was Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat getrieben hat, erfuhr das Auditorium dann, als die Schicksalsberichte mehrerer Personen vorgetragen wurden. Herr Jebeli, ein Iraner, der vor 16 Monaten in Deutschland angekommen ist, schilderte seine eigenen grausamen Erlebnisse und seine Flucht als einzige Möglichkeit zu überleben. Es war ihm ein großes Anliegen, seinen Dank für die ihm zugekommene Hilfe auszusprechen. Die anschließende lebhafte Fragestunde zeigte nur zu einem geringen Teil Vorbehalte und Ängste auf. Die Mehrheit der Anwesenden nutzte die Gelegenheit für sachliche Fragen und Beiträge.

Herr Niemann erhielt schließlich das Wort, um den Aufbau eines Lübecker Migrantennetzwerkes vorzustellen und hinterlegte Erfassungsbögen, in welche man sich zur Mithilfe eintragen konnte. Am Ende der Veranstaltung waren diese, bis auf einen, alle weg. Dies gibt Anlass zur Zuversicht! Der Ortsrat wird zu gegebener Zeit, in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Priwallbewohner e.V., eine zweite Veranstaltung - dann auf dem Priwall vor Ort – durchführen.

Darüber hinaus ermuntern wir dazu, unsere Sitzung am 13. Mai 2015 zahlreich zu besuchen, in der die am 27. April erhaltenen Informationen aufbereitet werden sollen.

Der Ortsrat bleibt mit allen handelnden Personen weiterhin in Verbindung, um auf dem Laufenden zu sein. Zum Thema „Lübecker Migrantennetzwerk“ wird Herr Niemann nochmals unser Gast sein.